Strumpf

Strumpf

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Strumpf [ʃtrʊmpf̮], der; -[e]s, Strümpfe ['ʃtrʏmpf̮ə]:
den Fuß und das Bein oder einen Teil des Beines bedeckendes Kleidungsstück:
dicke, dünne, nahtlose, wollene Strümpfe; Strümpfe aus Nylon; Strümpfe stricken, stopfen; die Strümpfe anziehen, ausziehen; sie trägt keine Strümpfe; er kam auf Strümpfen (ohne Schuhe) ins Zimmer; ein Loch, eine Laufmasche im Strumpf haben.
Zus.: Damenstrumpf, Gummistrumpf, Herrenstrumpf, Nylonstrumpf, Seidenstrumpf, Wollstrumpf.

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Strụmpf 〈m. 1uBekleidung von Fuß u. Bein (Knie\Strumpf, Perlon\Strumpf, Woll\Strumpf) ● ein Paar Strümpfe; Strümpfe stopfen, stricken, waschen; sich auf die Strümpfe machen 〈fig.; umg.〉 weggehen, aufbrechen, entfliehen; auf Strümpfen schlich er (sich) die Treppe hinunter; sie hat ihre Ersparnisse im \Strumpf zu Hause (nicht auf der Bank) [<mhd. strumpf „Stummel, Baumstumpf, Rumpf“, mnddt. strump „Halbhose; Hosenende, Kurzhose“ <germ. *strum-pa-; strup-na- „Steifes, Emporstarrendes, Stumpf“; verwandt mit sträuben, starren]

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Strụmpf , der; -[e]s, Strümpfe [mhd. strumpf, eigtl. = (Baum)stumpf, Rumpf(stück), viell. im Sinne von »Steifes, Festes« zu starren]:
gewirkter od. gestrickter Teil der Kleidung, der den Fuß u. das [ganze] Bein bedeckt:
dicke, dünne, nahtlose Strümpfe;
Strümpfe aus Wolle;
ein S. mit Naht;
Strümpfe stricken, stopfen;
die Strümpfe anziehen, ausziehen;
sie trägt keine Strümpfe;
auf Strümpfen (ohne Schuhe);
ein Loch, eine Laufmasche im S. haben;
sie geht am liebsten ohne Strümpfe;
ein paar Euro im S. (zu Hause, im Sparstrumpf) haben;
jmds. Strümpfe ziehen Wasser (ugs.; die Strümpfe rutschen herunter u. bilden dadurch Falten; wohl nach der Vorstellung, dass die Strümpfe sich mit Wasser voll gesogen haben u. nicht mehr am Bein halten);
sich auf die Strümpfe machen (ugs.; Socke).

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Strumpf
 
[mittelhochdeutsch strumpf, eigentlich »(Baum)stumpf«, die heutige Bedeutung entstand im 16. Jahrhundert, als die ursprünglich stets lange Hose in Kniehose und das Reststück, den Stumpf der Hose (den Strumpf) aufgeteilt wurde], ein handgestricktes oder maschinell hergestelltes Bein- und Fußbekleidungsstück aus Natur- (z. B. Wolle, Baumwolle, Seide) oder Chemiefasern. Kurz über den Knöchel reicht die Socke, bis fast zur Kniekehle der Kniestrumpf, auch noch die Oberschenkel bedeckt der lange Strumpf, lediglich die Waden der Wadenstrumpf. Die Strumpfhose ist ein einteiliges Beinbekleidungsstück, das bis zur Taille reicht; bei Leggings bleibt der Fuß unbekleidet. - Damenfeinstrümpfe werden meist auf Einzylinder-Rundstrickautomaten als RL-Schlauch (Rechts-links-Ware) aus Chemiefasern glatt oder als Stretch oder gemustert roh gefertigt, dann gefärbt und beim Thermofixieren geformt. Früher wirkte man Feinstrümpfe flach und formgerecht (regulär) auf der Cottonmaschine; diese Strümpfe zeigten eine Längsnaht. Herren-, Sport- und Fesselsocken werden meist auf der Doppelzylinder-Rundstrickmaschine (LL, Links-links-Ware) hergestellt, grobe Sportstrümpfe und -socken auch auf der Flachstrickmaschine. Auf Rundstrickmaschinen werden die Fersen und Spitzen teils mit Pendelgang, teils durch Verstärkerfäden eingearbeitet. Zur Fertigung von Netzstrümpfen dient besonders die Raschelmaschine. Orthopädische Strümpfe (Gummistrümpfe) werden mit eingearbeiteten umsponnenen Gummifäden oder Elastomerfäden regulär gestrickt oder gewirkt.
 
 
Der Strumpf entstand in seiner heutigen Form erst im 16. Jahrhundert Im Altertum blieb das Bein meist unbekleidet. Bei Kelten und Germanen legte der Mann in vor- und frühgeschichtlicher Zeit Bein- und Fußbinden an, die auch im beginnenden Mittelalter beibehalten wurden. Daneben kannte man in der Spätantike und bei der geistlichen Tracht schon den Kniestrumpf. Er ging in die Mode über und wurde zum zunächst an der Bruche befestigten, dann mit ihr verschmelzenden Beinling. Gegen 1500 wurden beide Beinlinge durch Einfügung eines Zwickels und Latzes (Braguette) zur Hose zusammengefügt. Diese wurde in der 1. Hälfte des 16. Jahrhunderts in Oberschenkelhose (Kniehose) und Strümpfe geteilt, die Bänder an der Hose oder unter dem Knie (Strumpfbänder) festhielten. Das Material war anfangs Leder oder Stoff, in der 2. Hälfte des 16. Jahrhunderts kamen lange, gestrickte Seidenstrümpfe auf, und seit der Erfindung des Strumpfwirkstuhls in England 1589 konnte der Strumpf auch maschinell hergestellt werden. Zur langen Männerhose kam die Socke auf, zur Sportkleidung der Kniestrumpf, der auch für die Frau modisch wurde. Das seit den 1920er-Jahren überwiegend kurze Frauenkleid erforderte den langen Strumpf, der mittels Strumpfbändern an einem speziellen Gürtel gehalten werden musste. Er fand Anfang der 1960er-Jahre in der praktischeren Strumpfhose eine Alternative. Ende der 1980er-Jahre kamen Leggins auf.
 
 
R. Rutt: A history of hand knitting (Neuausg. Loveland, Colo., 1987);
 
Beinnahe. Strümpfe, Schuhe, Unterhosen aus 4 Jh., Ausst.-Kat. (1990);
 A. Seiler-Baldinger: Systematik der textilen Techniken (Neuausg. Basel 1991);
 L. von Wilckens: Die textilen Künste von der Spätantike bis um 1500 (1991);
 
Strümpfe. Mode, Markt u. Marketing, bearb. v. M. Meyer-Schneidewind u. I. Sauerbier (1992);
 S. Buck: »Gewirkte Wunder, hauchzarte Träume«. Von Frauenbeinen u. Perlonstrümpfen (1996).
 

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Strụmpf, der; -[e]s, Strümpfe [mhd. strumpf, eigtl. = (Baum)stumpf, Rumpf(stück), viell. im Sinne von „Steifes, Festes“ zu ↑starren; die heutige Bed. entstand im 16. Jh., als die ursprünglich als Ganzes gearbeitete Bekleidung der unteren Körperhälfte (Hose) in (Knie)hose u. Strumpf (= Reststück, Stumpf der Hose) aufgeteilt wurde]: 1. gewirkter od. gestrickter Teil der Kleidung, der den Fuß u. das [ganze] Bein bedeckt: kurze, lange, dicke, dünne, nahtlose, wollene Strümpfe; Strümpfe aus Perlon; ein S. mit Naht; Strümpfe stricken, stopfen; die Strümpfe anziehen, ausziehen; sie trägt keine Strümpfe; Er setzte sich auf den Boden, um in die Strümpfe zu schlüpfen (Simmel, Stoff 16); er kam auf Strümpfen (ohne Schuhe) ins Zimmer; ein Loch, eine Laufmasche im S. haben; er geht am liebsten ohne Strümpfe; die paar Pfennige für die Zuteilung auf Marken ... die hatten die Frauen immer noch im S. (zu Hause, im Sparstrumpf; Heym, Schwarzenberg 197); *jmds. Strümpfe ziehen Wasser (ugs.; die Strümpfe rutschen herunter u. bilden dadurch Falten; wohl nach der Vorstellung, dass die Strümpfe sich mit Wasser vollgesogen haben u. nicht mehr am Bein halten); dicke/doppelte/wollene Strümpfe anhaben (ugs. veraltend; nicht hören [wollen] ): nun geht schon, ihr habt wohl dicke Strümpfe an!; sich auf die Strümpfe machen (ugs.; ↑Socke).2. kurz für ↑Glühstrumpf. ∙ 3. *mit S. und Stiel (↑Stumpf):Dass er mit S. und Stiel sie zu vertilgen sich vorgesetzt (Lessing, Nathan I, 3).

Universal-Lexikon. 2012.

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